Schadstoffübung

Groß angelegte Schadstoffübung im Weinviertel

Am Samstag, den 08. Oktober 2022 trafen sich die Bezirksschadstoffgruppen aus Hollabrunn, Mistelbach, Gänserndorf und Korneuburg zur Viertelsschadstoffübung in Neuruppersdorf, Bez. Mistelbach. 

Um 07:30 Uhr trafen sich die Mitglieder der Schadstoffgruppe Hollabrunn am Nappersdorfer Rübenplatz zur gemeinsamen Abfahrt nach Neuruppersdorf. Nach kurzen einleitenden Worten durch den Bezirkssachbearbeiter für Schadstoffe Christian Holzer wurde das Kommando über den Zug an Stefan Hahn übergeben.

Übungsannahme war ein Verkehrsunfall zwischen zwei LKW, wobei beide im angrenzenden Feld zum Liegen kamen. Bei einem der beiden Fahrzeuge handelte sich um einen Tanklastwagen der Pestizide transportierte. Durch den Verkehrsunfall wurde ein Leck in den Tank geschlagen.

Der zweite LKW war mit Stückgut beladen, wobei auch hier gefährliche Stoffe transportiert wurden. Unter anderem waren Schwefelsäure und Natriumdithionit geladen. Diese Stoffe reagieren miteinander und haben eine gefährliche chemische Reaktion zur Folge.

Die örtlich zuständige Feuerwehr Neuruppersdorf stellte die Lage fest, setzte Erstmaßnahmen und führte die Menschenrettung der beiden Lenker durch. Außerdem wurde durch den Einsatzleiter beschlossen, die Schadstoffzüge der Bezirke Mistelbach, Gänserndorf und Hollabrunn zu alarmieren. Bis zum Eintreffen der Schadstoffkräfte wurde durch die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Neuruppersdorf die Unfallstelle weiträumig abgesperrt.

Der ersteintreffende Schadstoffzug des Bezirkes Mistelbach begann sofort mit Schutzanzügen der Schutzstufe 3 weiteren Erkundungsmaßnahmen zu setzen. Unterstützt wurde der Schadstoffzug durch ein Drohenteam, so wurden direkt Aufnahmen und Bilder von der Unfallstelle an in die Einsatzleitung übertragen. Außerdem wurde das aus dem Tankwagen austretende Medium aufgefangen und mit ersten Dichtmaßnahmen begonnen.

Zwischenzeitlich wurde auch ein Dekontaminationsplatz aufgebaut, wo Personen welche mit den gefährlichen Stoffen in Berührung gekommen sind, gereinigt wurden, um eine Verbreitung der dieser außerhalb der Sicherheitszone zu vermeiden.

Im Zuge der Erkundung durch die Schutzanzugsträger wurde ebenfalls festgestellt, dass sich noch zwei weitere Personen im Bereich der Ladefläche des Stückguttransporters befanden. Diese beiden Personen wurden unverzüglich gerettet, dekontaminiert und durch Feuerwehrsanitäter erstversorgt.

Die Schadstoffzüge der Bezirke Gänserndorf und Hollabrunn rüsteten sich nach deren Eintreffen ebenso mit Schutzanzüge der Schutzstufe 3 aus und lösten die bereits im Einsatz stehenden Trupps ab. Das Arbeiten mit Schutzanzüge stellte eine große, körperliche Belastung dar.

Während der Arbeiten kam es auf dem mit Stückgut beladenen LKW, zu einer chemischen Reaktion die eine Rauchwolke zur Folge hatte. Der Trupp der Schutzanzugträger zog sich unverzüglich zurück und sondierte die Lage aus sicherer Entfernung. Nach dem sich der Rauch verzogen hat, wurde damit fortgesetzt, die unterschiedlichen Stoffe voneinander zu trennen und diese in geeignete Behältnisse zu abzulegen um so einen sicheren Abtransport von der Einsatzstelle zu ermöglichen.

Bei dem Tanktransporter wurde zeitgleich begonnen, dass verbleibende Pestizid in entsprechende Behälter umzupumpen.

Noch während der Übung wurde durch die Einsatzleitung eine Pressekonferenz abgehalten, um den anwesenden Pressevertretern entsprechende Informationen weiterzuleiten. 

Die Übungsnachbesprechung fand im Feuerwehrhaus Neuruppersdorf statt. Bei der Übung nahmen 90 Feuerwehrmitglieder mit 30 Fahrzeugen im Einsatz.

Text: BFK Hollabrunn und BFK Mistelbach
Fotos: BFK Hollabrunn

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