Immendorf – Unzählige Häuser überflutet – zwei Siedlungen gerettet

Während das heftige Unwetter noch voll im Gang ist, trifft am 12.06.2012 um 19:17 der erste Alarm für die Feuerwehr Immendorf ein. In den folgenden Minuten spitzt sich die Lage zu und im Minuten Takt laufen weitere Alarmierungen ein.

Während einer kurzen Erkundungstour alarmiert Einsatzleiter Wolfgang Thürr vier weitere Feuerwehren zu Unterstützung. Die Feuerwehren Hetzmannsdorf, Immendorf, Mailberg, Schalladorf und Wullersdorf können die meisten Keller im Ortskern in kurzer Zeit wieder auspumpen.
Der größte Teil des abfließenden Wassers, sammelte sich jedoch zwischenzeitlich am Ortsende in einer Wohnsiedlung. Zwei Feuerwehrfahrzeuge waren hier zwar bereits im Einsatz, jedoch stieg der Wasserstand auf der Straße durch überlasteten Regenwasserkanal und das Oberflächenwasser rasch an.
Alle freien Kräfte wurden nun in dieser Siedlung zusammengezogen und pumpten dort das Wasser in die angrenzenden Ackerflächen um ein überlaufen in die Häuser zu verhindern. Freie Kräfte der FF Hollabrunn und Watzelsdorf melden Ihre Verfügbarkeit und werden ebenfalls zur Einsatzstelle beordert. Eine private Großpumpanlage des Gutshofes Freudenthal verhindert ein übertreten des angrenzenden Grabens. Zwischenzeitlich kam es noch zu einem Verkehrsunfall in Immendorf, den die Feuerwehr Wullersdorf abgearbeitet hat.
Zwei Stunden nach den Niederschlägen beruhigte sich die Lage als plötzlich erneut Alarm geschlagen wurde. In der Siedlung Kalladorfer Weg stieg das Wasser rasend schnell an. Es bahnte sich hier das Wasser von den Ausläufern des zwei Kilometer entfernten Buchberges den Weg durch die Felder in Richtung Siedlung Kalladorfer Weg
Fast alle Pumpen werden nun in der Siedlung Kalladorfer Weg eingesetzt um das Wasser von den Häusern abzuhalten. In Abstimmung mit Bezirksfeuerwehrkommandant Johann Thürr werden zwei Großpumpanlagen, stationiert in Obritz und Retz, in Marsch gesetzt. Sandsäcke der Feuerwehr schützen die Hauseinfahrten. In einige Häuser tritt Grundwasser bzw. Wasser aus den Kanälen ein.
Eine Überflutung der Siedlung konnte jedoch durch den massiven Pumpeneinsatz verhindert werden. Zu Spitzenzeiten wurden 24 Kubikmeter Wasser pro Minute gepumpt, das entspricht 160 Badewannen pro Minute!
Um 05:00 früh verließen die letzten Kräfte das Einsatzgebiet. Am nächsten Morgen wurden noch drei weitere Keller abgepumpt und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt. Während der Arbeiten rückte die Feuerwehr Immendorf noch zu einer Fahrzeugbergung aus. In den Abendstunden wurde Feuerwehr erneut zu Abpumparbeiten alarmiert. Durch den hohen Grundwasserspiegel trat in einen Keller Wasser ein.
Insgesamt waren 9 Feuerwehren mit 140 Mitgliedern im Einsatz. Die Feuerwehr Immendorf möchte sich auf diesem Weg nochmal bei allen Feuerwehrmitgliedern bedanken und freut sich besonders das Hilfe auch über Feuerwehrabschnitte hinweg keine Probleme darstellt.
11 Fotos online
Fotos: Florian Walchhütter, Manfred Heilinger, privat

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