Seit über einem halben Jahr sind vier Wärmebildkameras bei den Feuerwehren unseres Bezirks stationiert. Hier ein kurzer Überblick über den aktuellen Verwendungsstand.
Angeschafft wurden diese modernen Geräte durch das Bezirksfeuerwehrkommando Hollabrunn. Diese zentrale Anschaffung wurde durch eine großzügige Spende von Ronny Seunig (Excalibur City) ermöglicht. Es sind dies die ersten Wärmebildkameras im Bezirk.
Alarmstufe 3 – Dachstuhlbrand in Platt.
Bereits kurz nach der Übergabe wurde die Wärmebildkamera angefordert. Bei Ankunft der ersten Kräfte stand der Dachstuhl des leerstehenden Hauses in Vollbrand. Die Arbeiten konzentrierten sich auf den Schutz der unmittelbar angebauten Gebäude. Mit der Kamera und der Drehleiter konnten die restlichen Glutnester rasch aufgespürt und gezielt abgelöscht werden, so der Kommandant der FF Retz, FT Christian Lehninger.
Silobrand in der Assmann Mühle Ziersdorf.
Es wurde ein Brand in der Maistrockungsanlage festgestellt. Der Brandherd konnte mittels Wärmebildkamera bereits von außen lokalisiert werden. Ein gezielter Löscheinsatz wurde durchgeführt. Einsatzleiter VI Christian Brantner der FF Ziersdorf dazu: Durch die Wärmebildkamera haben wir gezielt den betroffenen Bereich geräumt und abgelöscht. Der Arbeitsaufwand und die Folgeschäden wurden durch den Einsatz der Kamera drastisch reduziert. Im Übungsbetrieb haben wir festgestellt, dass insbesondere für den Brandeinsatz eine intensive Einschulung notwendig ist.
Haugsdorf.
HBI Leopold Weinwurm über das neue Gerät: Wir waren mit der Kamera noch nicht im Einsatz, haben aber laufend Schulungen bzw. Übungen damit. Einige Wehren im Abschnitt hatten das Gerät ebenfalls schon bei Übungen in Verwendung. Bei einer Übung im Abschnitt Retz nutzten 15 Atemschutz-Trupps die Möglichkeit das Gerät kennenzulernen. In einem verrauchten Kellerabschnitt der Ruine Kaja galten mehrere Personen als vermisst. Im ersten Durchgang mussten sich die Trupps ohne technische Unterstützung durch die Rauchschwaden kämpfen. Alle Trupps bestätigten eine deutlich einfachere und schnellere Rettung unter Zuhilfenahme der Wärmebildkamera im zweiten Durchgang.
Stadt Hollabrunn.
Die Kamera war bereits mehrmals im Einsatz. Zunächst bei einem Kellerbrand in Raschala. Der Atemschutztrupp des Tanklöschfahrzeuges (dort wird das Gerät mitgeführt) lokalisierte mittels Wärmebildkamera den Brandherd im Bereich eines Wäschetrockners. Außerdem wurde die Kamera zur Kontrolle nach einem Brand einer Garage in Hollabrunn verwendet. Die Kamera stellt kein Allheilmittel dar. Ein falsches Vorgehen des Atemschutztrupps durch die Wärmebildkamera birgt zahlreiche Gefahren. Wir versuchen daher das Ausbildungsthema Wärmebildkamera nicht nur auf das Gerät zu beschränken, sondern ganzheitlich zu betrachten und auch die taktische Vorgehensweise darauf abzustimmen., so BR Alois Zaussinger.
Resümee
Fast jede Wärmebildkamera war bereits im heißen Einsatz. Die Meinung aller befragen Person ist eindeutig Ein tolles Gerät, das trotz der einfachen Handhabung intensiv geschult werden muss.
Mehr technische Details und Erfahrungen aus anderen Bezirken kommen im Brandaus – Ausgabe März 2010.
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